Polarlichter sind ein eher ungewöhnliches Phänomen in Franken. Um so interessanter war es, sie nicht nur fotografisch, sondern auch im Aquarell festzuhalten.
Meine erste Idee war es, für die nächtliche Stimmung schwarzes Aquarellpapier zu verwenden. Das Malen war hier etwas mühevoll, denn dieses Papier schluckt die Farbe enorm und es braucht schon einige Erfahrung im Umgang mit diesem Material in Kombination mit klassischen Aquarellfarben. Sehr viele Lasuren waren nötig. Ein dezenter Einsatz von Weiß, der beim klassischen Aquarell ja eher unerwünscht ist, lässt auf schwarzem Papier bereifte Pflanzen, Bäume und Schneeflächen ein wenig leuchten und hilft, helle Farben auf dem dunklen Untergrund besser zu akzentuieren. Die Verwendung von Gouache oder Acrylfarben wäre eigentlich wesentlich einfacher, aber auch weniger herausfordernd. Interessant und fast mystisch wirkt nun die mitternächtliche Weinbergs-Landschaft auf dem dunklen Untergrund.
Drei weitere Studien mit Polarlichtern habe ich relativ klassisch auf weißes Papier gemalt. Nach der Anlage des Himmels in Nass-in-Nass-Technik in den schillernden Polar-Farben waren auch hier viele Lasuren nötig, um die nächtliche düstere Stimmung vor dem strahlenden Himmel gut darzustellen. Denn im Gegenlicht muss alles im Vordergrund ja sehr dunkel angelegt, aber trotzdem unterschiedliche Farbnuancen erhalten werden. Den Vordergrund nur schwarz zu malen wäre ziemlich langweilig. In manchen Bereichen spiegelt sich der farbige Himmel, Reif glitzert im Dunklen, da und dort sind in der Entfernung Lichter zu sehen.
Spaß hat es allemal gemacht, diese interessanten Landschaften zu malen.
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